Kuratorin | Dramaturgin | Kulturwissenschaftlerin

Ich bin der Überzeugung, dass Theater die Fähigkeit hat, bisherige Sichtweisen auf uns und auf die Welt herauszufordern und zu erweitern. Als Gesellschaft brauchen wir kollektive Räume, um uns zu reflektieren, zu identifizieren und wahrgenommen zu werden. Im Theater dürfen wir Differenzen und Kontroversen ausleben und erproben, dürfen Gefühle und Gedanken zulassen. Theater ist Ort des Experiments. Es stellt infrage und verlässt die Komfort-Zone. Es soll nicht verletzen oder diskriminieren und ist gleichzeitig nicht zuständig für reines Wohlgefühl.  

Theater ist für mich die sozialste aller Kunstformen. Theater ist der Raum, in dem wir als Menschen und als Gesellschaft miteinander wachsen können. Es ist das Forum, wo wir unsere verschiedenen Formen des Zusammenlebens miteinander ver- und aushandeln können. Aber auch ein Ort, an dem wir den Umgang mit menschlichen Verletzlichkeiten lernen können. Die Darstellenden Künste leben vom Live-Moment und schaffen es immer wieder, die Anwesenden in direkter Form zu bewegen, zu provozieren, zu inspirieren und nicht zuletzt zu unterhalten. Intellektuell und emotional.


Kaserne Globâle, 2018 — © Paula Reissig

Künstlerische Qualität heisst für mich auch Bewegung, ein Initiieren und Reagieren auf persönliche und gesellschaftliche Transformation. Inhalte und Formen sollen nicht starr sein, sondern in Entwicklung bleiben. Werte wie Diversität, Nachhaltigkeit und Fürsorge sind für mein künstlerisches Selbstverständnis prägend und sollen in der Zusammenarbeit fortwährend reflektiert und eingebunden werden. Kontinuierliche Auseinandersetzungen mit gesellschaftlicher Inklusion, Anti-Rassismus, Prozessen von institutioneller Öffnung und struktureller Transformation in Richtung sozialer Gerechtigkeit, Feminismus, sowie internationaler und interkontinentaler Austausch liegen meiner Arbeitsweise zugrunde.

Nach meinem Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim (Deutschland) und Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste (Schweiz) kam ich als Dramaturgin an die Gessnerallee Zürich. Seither ist mein privates und berufliches Zuhause in der Schweiz, seit über zehn Jahren in Basel. Als freie Kuratorin, Dramaturgin, Beraterin und Moderatorin gestalte und begleite ich Programme, Produktionen, künstlerische Prozesse und Begegnungen. Hier spielen Kooperationen und Verbindungen zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen sowie geopolitischen Kontexten häufig eine wichtige Rolle.

Aktuelle Tätigkeiten

  • Freie Dramaturgin, Moderatorin und Beraterin

  • Co-Leitung CAS Arts and International Cooperation, ZHdK Zürcher Hochschule der Künste

  • Co-Leitung Residency Networking Sessions - Austauschplattform für Künstler:innen und Kurator:innen in Residenzen und Rechercheaufenthalten, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

Tätigkeiten (Auswahl)

  • Gastdramaturgie Theater Freiburg (2023-2024)

  • Programmleitung Theater/Tanz Kaserne Basel (2018-2023)

  • Ressortleitung Tanz & Theater Amt für Kultur Basel-Landschaft und Geschäftsführung Fachausschuss Tanz & Theater Basel-Stadt/Basel-Landschaft (2016-2017)

  • Programmgruppe Zürcher Theater Spektakel (2014-2017)

  • Dramaturgie und Produktion Wildwuchs Festival Basel (2014-2017)

  • Künstlerische Leitung transeuropa Festival Hildesheim (2012)

Kaserne Globâle, 2023 — © Tabea Nixdorff